ADHS-Kompass

Orientierung nach der ADHS-Diagnose · Region Oldenburg, Ammerland, Delmenhorst und Bremen

Willkommen

Diese App richtet sich an Erwachsene, die vor Kurzem eine ADHS-Diagnose erhalten haben. Sie soll helfen, die ersten Schritte zu ordnen – in Ruhe und im eigenen Tempo.

Es gibt kein „richtiges Tempo“ und keine Pflicht, alles sofort zu tun. Die Diagnose ändert nicht, wer Sie sind – sie gibt vielem, was Sie schon lange erleben, einen Namen und einen Rahmen.

Was diese App enthält

Erste Schritte: eine Checkliste für die Zeit nach der Diagnose, abhakbar, ohne Zeitdruck.

Anlaufstellen: Selbsthilfegruppen, Fachambulanzen, Coaching- und Beratungsangebote in Oldenburg, im Umland und in Bremen.

Wissen: verständliche Erklärungen zu ADHS im Erwachsenenalter – Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen, Emotionen, Medikation und mehr.

Selbstbeobachtung: ein kurzer täglicher Check-in zu Energie, Konzentration, innerer Unruhe und Stimmung. Die Einträge bleiben nur auf diesem Gerät.

Als App auf dem Handy installieren

Android (Chrome): Menü (⋮) → „App installieren“ bzw. „Zum Startbildschirm hinzufügen“.

iPhone/iPad (Safari): Teilen-Symbol → „Zum Home-Bildschirm“.

Damit die Installation angeboten wird und die App offline funktioniert, muss sie über eine Webadresse (HTTPS) aufgerufen werden – z. B. in einem eigenen Unterordner einer bestehenden Website. Direkt als Datei geöffnet funktioniert alles außer Offline-Modus und Installations-Dialog.

Über diese App

Der ADHS-Kompass wurde erstellt von Ralf Jostes, Privatpraxis für Psychotherapie & Diagnostik, Gerhard-Stalling-Straße 60c, 26135 Oldenburg. Diese Ausgabe enthält Anlaufstellen für die Region Oldenburg und Umgebung.

Diese App ist eine Informations- und Orientierungshilfe und kein Medizinprodukt. Sie dient nicht der Diagnose, Behandlung oder Überwachung von Erkrankungen und ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Beratung.

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Wichtig: Diese App ersetzt keine ärztliche, psychotherapeutische oder rechtliche Beratung. Sie ist eine Orientierungshilfe. Alle Angaben zu Anlaufstellen ohne Gewähr – bitte Kontaktdaten vor einem Besuch kurz prüfen.

Erste Schritte nach der Diagnose

Eine Orientierung – nicht jede*r braucht jeden Schritt, und die Reihenfolge ist nicht fest. Ihr Fortschritt wird auf diesem Gerät gespeichert.

Anlaufstellen in der Region

Wartezeiten können erheblich sein. Es lohnt sich, früh Kontakt aufzunehmen und parallel Selbsthilfe- und Beratungsangebote zu nutzen. Angaben ohne Gewähr (Stand: Juli 2026).

ADHS verstehen

Kurze, verständliche Erklärungen. Jeder Abschnitt lässt sich einzeln öffnen.

Was bedeutet die Diagnose?

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist eine angeborene neurobiologische Besonderheit der Selbststeuerung – keine Willensschwäche und keine Folge von „falscher Erziehung“. Betroffen sind vor allem die Regulation von Aufmerksamkeit, Antrieb, Impulsen und Emotionen.

ADHS zeigt sich unterschiedlich: eher unaufmerksam, eher hyperaktiv-impulsiv oder kombiniert. Bei Erwachsenen verschiebt sich das Bild oft nach innen – weniger Zappeln, mehr innere Unruhe, Aufschieben und Gedankenspringen.

Viele Erwachsene erleben die späte Diagnose als Erleichterung: Sie erklärt jahrzehntelange Erfahrungen von Chaos, Unterforderung trotz Anstrengung und dem Gefühl, „eigentlich mehr zu können“.

Aufmerksamkeit ist nicht gleich Aufmerksamkeit

Bei ADHS fehlt nicht die Aufmerksamkeit – sie lässt sich nur schwer willentlich steuern. Sie folgt Interesse, Dringlichkeit und Neuheit. Deshalb gelingt stundenlanger Hyperfokus beim Lieblingsthema, während eine langweilige Pflichtaufgabe unmöglich erscheint.

Auch der Reizfilter arbeitet anders: Nebengeräusche, eigene Gedanken und Impulse drängen sich gleichberechtigt in den Vordergrund.

Hilfreich: Interesse gezielt nutzen, Dringlichkeit künstlich erzeugen (Timer, Verabredungen), Störquellen reduzieren, wichtige Aufgaben in die persönlichen Fokuszeiten legen – der Check-in in dieser App hilft, sie zu finden.

Exekutive Funktionen: Anfangen, Planen, Dranbleiben

Planen, Priorisieren, Anfangen und Abschließen kosten bei ADHS überproportional viel Kraft – unabhängig von Intelligenz. Dazu gehört auch die „Zeitblindheit“: Zeiträume werden schwer gespürt, Fristen kommen gefühlt aus dem Nichts.

Aufschieben (Prokrastination) ist dabei kein Charakterfehler, sondern Folge dieser Steuerungsschwierigkeit – oft verbunden mit viel Scham.

Hilfreich: äußere Struktur statt Selbstdisziplin – Erinnerungen, Timer, sichtbare Listen, feste Ablageorte, Aufgaben in sehr kleine erste Schritte zerlegen, gemeinsames Arbeiten („Body Doubling“).

Innere Unruhe und Hyperaktivität

Die kindliche Zappeligkeit wird im Erwachsenenalter oft zur inneren Getriebenheit: schwer stillsitzen, ständiges Gedankenkreisen, das Gefühl, immer „an“ zu sein. Auch Einschlafprobleme gehören häufig dazu.

Hilfreich: Bewegung fest einplanen (sie ist eines der wirksamsten Regulationsmittel), bewusste Übergänge in die Ruhe (Abendroutine, reizarme letzte Stunde), Nebenbei-Beschäftigung für Hände oder Körper in ruhigen Situationen erlauben.

Impulsivität und starke Gefühle

Emotionen kommen bei ADHS oft schneller und intensiver – Begeisterung genauso wie Frust oder Kränkung. Viele Betroffene reagieren besonders empfindlich auf (vermeintliche) Zurückweisung und Kritik.

Impulsivität zeigt sich z. B. im Dazwischenreden, in Spontankäufen oder schnellen Entscheidungen, die später bereut werden.

Hilfreich: eine bewusste Pause zwischen Impuls und Handlung einbauen (kurz aufstehen, durchatmen, „Antwort morgen“), Gefühle benennen statt sofort handeln, wiederkehrende Auslöser erkennen.

Medikamente – nüchtern betrachtet

Für viele Erwachsene mit ADHS sind Medikamente (v. a. Stimulanzien, daneben Nicht-Stimulanzien) eine wirksame Unterstützung – sie verbessern Konzentration, Impulskontrolle und innere Ruhe. Ob sie infrage kommen, ist eine individuelle Entscheidung ohne Zeitdruck.

Die Einstellung gehört in fachärztliche Hände (Psychiatrie). Zum Erstgespräch mitbringen: aktuelle EKG- und Blutwerte sowie eine Medikamentenliste. Wirkung und Nebenwirkungen werden gemeinsam beobachtet und die Dosis schrittweise angepasst.

Medikamente ersetzen keine Strukturen und Strategien – sie machen es aber oft erst möglich, sie aufzubauen.

ADHS bei Frauen und späte Diagnosen

Bei Frauen und weiblich sozialisierten Personen zeigt sich ADHS häufiger „leise“: Verträumtheit, innere Unruhe, Überanpassung und großer Kompensationsaufwand statt sichtbarer Hyperaktivität. Die Diagnose wird deshalb oft erst spät gestellt – nicht selten nach Jahren der Fehldeutung als Depression oder Angststörung.

Hormonelle Schwankungen (Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre) können die Symptome zusätzlich beeinflussen – das lohnt sich, bei Behandler*innen anzusprechen.

Stärken und passende Umgebungen

Viele Menschen mit ADHS bringen Begeisterungsfähigkeit, Ideenreichtum, Spontaneität und – im Hyperfokus – enorme Produktivität mit. Diese Seiten zeigen sich vor allem dort, wo Interesse, Abwechslung und Sinn zusammenkommen.

Wichtiger als Selbstoptimierung ist deshalb die Passung: Aufgaben, Arbeitsformen und Umgebungen finden, die zum eigenen Gehirn passen – und Energiefresser, wo möglich, reduzieren oder abgeben.

Häufige Begleiterscheinungen

Bei Erwachsenen mit ADHS treten häufiger zusätzlich auf: Depressionen, Angststörungen, Schlafstörungen, Essstörungen und problematischer Substanzkonsum (oft als Versuch der Selbstregulation). Auch eine Überschneidung mit Autismus kommt vor.

Diese Themen gehören in fachliche Begleitung – sprechen Sie sie aktiv an, denn sie werden bei ADHS leicht übersehen oder verdecken umgekehrt das ADHS.

Täglicher Check-in

Ein kurzer Blick auf den eigenen Zustand hilft, Muster zu erkennen – z. B. wann Fokus und Energie am besten sind und was innere Unruhe verstärkt. Alle Einträge bleiben ausschließlich auf diesem Gerät.

0 = völlig erschöpft10 = voller Energie
0 = sehr zerstreut10 = gut fokussiert
0 = ruhig und gelassen10 = stark getrieben
0 = gut steuerbar10 = viele impulsive Momente
0 = sehr schlecht10 = sehr gut

Meine Ressourcen heute

Der Blick auf das, was gelungen ist, stärkt – gerade an anstrengenden Tagen. Auch kleine Dinge zählen: ein Anruf, eine Pause zur richtigen Zeit, ein gutes Gespräch.

Bisherige Einträge

Noch keine Einträge vorhanden.

Gesprächsprotokolle

Hier können Protokolle oder Transkripte aus Therapie- und Beratungsgesprächen abgelegt werden – zum Nachlesen im eigenen Tempo. Alles bleibt ausschließlich auf diesem Gerät.

Per QR-Code aus der Praxis empfangen

Wenn in der Praxis ein Protokoll als QR-Code am Bildschirm gezeigt wird: Kamera starten und auf den Bildschirm richten. Bei längeren Texten wechseln mehrere Codes automatisch – einfach draufhalten, bis alle Teile eingelesen sind. Die Reihenfolge ist egal.

Protokoll als Datei laden

Textdateien (.txt, .md) auswählen – z. B. ein Transkript, das Sie aus der Praxis erhalten haben. Mehrere Dateien gleichzeitig sind möglich.

Oder: Text direkt einfügen

Gespeicherte Protokolle

Noch keine Protokolle vorhanden.

Datenschutz: Protokolle werden nur lokal in diesem Browser gespeichert und nirgendwohin übertragen. Bitte beachten: Wer Zugriff auf dieses Gerät hat, kann sie lesen – ggf. Gerätesperre nutzen. Beim Löschen der Browserdaten gehen sie verloren; wichtige Protokolle zusätzlich über „Herunterladen“ sichern.

Hilfe in Krisen

Sofortige Hilfe

Bei akuter Gefahr für sich oder andere: 112 (Notruf)

Telefonseelsorge, rund um die Uhr, kostenlos und anonym: 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 – auch per Chat und Mail: telefonseelsorge.de

Ärztlicher Bereitschaftsdienst (außerhalb der Praxiszeiten): 116 117

Wenn alles zu viel wird – kurzfristig

Alles, was im Kopf kreist, kurz aufschreiben – das entlastet sofort. Bewegung baut innere Unruhe ab (Spaziergang, Treppen steigen). Reize reduzieren, dann eine einzige kleine, machbare Aufgabe wählen und beginnen. Keine wichtigen Entscheidungen in aufgewühltem Zustand. Danach: Pause ohne schlechtes Gewissen.

Für Angehörige

Ruhig bleiben und Vorwürfe vermeiden – „Reiß dich zusammen“ hilft nicht, denn ADHS ist keine Frage des Willens. Konkrete, kleine Unterstützung anbieten, gemeinsam strukturieren statt kontrollieren. Später in Ruhe besprechen, was wirklich hilft.